Philosophie

Poldi 2

„Nur ein Pferd, das seinen Menschen angstfrei respektiert, wird auch bereit sein, ihn mit Freude zu tragen. Und nur ein Mensch, der das Pferd als Individuum respektiert, wird es mit leichter Hand leiten können.“

Christiane Schneider, Pferdetrainerin

Der Respekt gegenüber jeglichen Lebewesen prägt meine Arbeit mit Pferden und letztendlich auch mit den Menschen. Wer andere nicht mit Respekt behandelt, wird schließlich selbst nicht respektiert.
Das heißt für mich vor allen Dingen freundlicher und liebevoller, aber auch bestimmter und geradliniger Umgang. Mensch und Tier sollen sich auf dem Sonnenberghof wohl fühlen, sich ungezwungen bewegen und entfalten können.
Hier steht nicht die Leistung im Vordergrund, sondern der Spaß am Pferd als gleichgestellter Freizeitpartner. Harmonie ist das oberste Ziel.

Daraus lässt sich erschließen, dass meine Pferde nicht mit Ausbindern zusammengeschnürt werden. Ich verzichte bei der Arbeit mit Pferden unter dem Sattel als auch am Boden auf Hilfszügel, die den Kopf eines Pferdes fest fixieren. Es ist nicht notwendig und schon gar nicht förderlich für die Gesundheit des Pferdes, es in eine widernatürliche Haltung zu zwängen.

Reitschüler lernen bei mir abzuwarten, nachzugeben und geduldig zu sein, statt ziehen, treten und schlagen. Zu gutem Reiten gehört allerdings auch immer eine gewisse Zielstrebigkeit und der Wille, sich konsequent aber fair durchzusetzen. Nicht zuletzt muss jeder Reiter ein Gefühl für sein Pferd entwickeln, um der Situation entsprechend richtig auf sein Pferd einzugehen.

All dies versuche ich im Unterricht zu vermitteln. Dabei ist es mir immer wichtig, dass in der Reitstunde nicht einfach nur Bewegungsabläufe auf mein Kommando exerziert werden. Vielmehr möchte ich, dass die Reiter die Zusammenhänge zwischen Hilfengebung, Bewegungsapparat und Temperament des Pferdes verstehen. Nur mit diesem Verständnis ist eine korrekte und feine Einwirkung auf das Pferd möglich.

Dabei gehe ich stets ruhig und geduldig mit Mensch und Tier um. Fragen sind jederzeit erlaubt und erwünscht. Der Lernfortschritt der einzelnen Schüler ist stark abhängig von Auffassungsgabe, Interesse, Mut, Wille, Lockerheit, Rhythmusgefühl, Sportlichkeit und dem Gefühl für das Pferd. Eine Lektion schnell zu erlernen ist jedoch nicht das Ziel der klassischen Reiterei. Im Vordergrund steht vielmehr der Spaß für Mensch und Tier und die Leichtigkeit, mit der sich das Reiter-Pferd-Paar verständigen kann. Jedes Individuum hat sein eigenes Tempo, in dem es Eindrücke verarbeitet. Es gibt mutigere und weniger mutigere. Ich achte stets darauf, Angstsituationen für Reiter und Pferd zu vermeiden. Denn unter Angst kann niemand nachhaltig lernen, kann keine Leichtigkeit entstehen, können sich Selbstbewusstsein und Mut nicht entwickeln.

Womit wir wieder bei meinem Leitsatz sind. Denn was für Pferde gilt, gilt im übertragenen Sinne auch für Menschen …

Mehr über mich und meine Arbeit finden Sie hier:
www.respektierenstattdominieren.wordpress.com